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Stufe: Mittel · Lektion 10 von 10

Die Cloud: Ihr Speicher im Internet

Von der „Cloud“ reden alle – aber was ist das eigentlich? Diese Lektion entzaubert die Wolke, zeigt die bekannten Dienste und erklärt ehrlich, wofür Cloud-Speicher gut ist und wo seine Grenzen liegen.

Grundkenntnisse empfohlen Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie wissen, dass „die Cloud“ nichts Geheimnisvolles ist, sondern Speicherplatz auf gut gesicherten Computern eines Anbieters.
  • Sie kennen die bekannten Dienste iCloud, Google Drive, OneDrive und Magenta Cloud – und wissen, dass Sie vermutlich schon eine Cloud besitzen.
  • Sie können die automatische Foto-Sicherung an Ihrem Smartphone prüfen und einschalten.
  • Sie kennen die Kehrseiten: laufende Kosten, Vertrauensfrage, kein Zugriff ohne Internet.
  • Sie verstehen, warum die Cloud eine eigene Datensicherung nicht ersetzt.

Die „Cloud“ ist kein geheimnisvoller Ort am Himmel, sondern schlicht Speicherplatz auf fremden Computern, den Sie über das Internet erreichen. Das englische Wort Cloud bedeutet „Wolke“ – der Name kommt daher, dass Techniker das Internet in Schaubildern gern als Wolke zeichnen. Mehr Zauber steckt nicht dahinter. In dieser letzten Lektion der Stufe „Mittel“ schauen wir uns in Ruhe an, wo Ihre Dateien in der Cloud wirklich liegen, wofür das im Alltag praktisch ist – und wo Sie besser zweimal hinschauen.

Die Wolke entzaubert: Wo Ihre Dateien wirklich liegen

Wenn Sie ein Foto „in die Cloud“ laden, wandert es über das Internet in ein Rechenzentrum – eine große, streng bewachte Halle voller Computer, die einem Anbieter wie Apple, Google, Microsoft oder der Telekom gehört. Diese Hallen sind besser geschützt als jeder Privatkeller: mit Zutrittskontrollen, Notstrom, Brandschutz und Fachleuten, die rund um die Uhr aufpassen.

Ein gutes Alltagsbild ist das Bankschließfach: Sie mieten ein Fach, die Bank kümmert sich um dicke Wände und Alarmanlage – und nur wer den passenden Schlüssel hat, kommt an den Inhalt. In der Cloud ist Ihr Schlüssel das Benutzerkonto mit Passwort. Der große Unterschied zum Schließfach: An Ihre Cloud kommen Sie von jedem Ihrer Geräte heran. Ein Foto, das Sie mit dem Smartphone aufnehmen, können Sie wenig später am Tablet oder am Computer ansehen. Dieses automatische Abgleichen zwischen den Geräten nennt man Synchronisieren.

Die bekannten Dienste – eine haben Sie vermutlich schon

Das Schöne ist: Sie müssen sich wahrscheinlich gar nichts Neues besorgen. Mit dem Konto, das Sie beim Einrichten Ihres Smartphones angelegt haben, kam fast immer ein Stück Cloud-Speicher mit – einige Gigabyte (kurz GB, die Maßeinheit für Speicherplatz) sind kostenlos dabei. Die wichtigsten Dienste im Überblick:

DienstAnbieterGut zu wissen
iCloudAppleAuf iPhone und iPad bereits eingebaut. Rund 5 GB sind kostenlos.
Google Drive / Google FotosGoogleZu jedem Google-Konto gehören rund 15 GB kostenlos – auf Android-Smartphones meist schon vorinstalliert.
OneDriveMicrosoftIn Windows 11 fest integriert; der Ordner erscheint direkt im Datei-Explorer. Rund 5 GB kostenlos.
Magenta CloudDeutsche TelekomDeutscher Anbieter, die Daten liegen in Rechenzentren in Deutschland. Einige GB kostenlos, für Telekom-Kunden mehr.

Zur Einordnung: In ein Gigabyte passen grob zweihundert Smartphone-Fotos. Die kostenlosen Pakete reichen also für den Anfang, füllen sich bei fleißigen Fotografen aber irgendwann. Dann bieten alle Anbieter größere Pakete gegen eine monatliche Gebühr an – meist wenige Euro im Monat. Die genauen Zahlen ändern sich immer wieder, das Prinzip bleibt gleich.

Wofür die Cloud im Alltag gut ist

Warum sollte man seine Dateien überhaupt einem Anbieter anvertrauen? Drei Situationen aus dem Alltag zeigen den Nutzen:

  • Fotos sind automatisch gesichert: Fällt das Smartphone in den Gartenteich oder wird es gestohlen, sind die Enkelbilder nicht verloren – sie liegen sicher in der Cloud und warten dort auf Sie.
  • Gerätewechsel ohne Datenverlust: Beim neuen Smartphone melden Sie sich einfach mit Ihrem Konto an, und Fotos, Kontakte und Notizen erscheinen wie von selbst. Wie ein Umzug, bei dem der Spediteur alle Kartons schon ins neue Haus getragen hat.
  • Alben mit der Familie teilen: Statt dreißig Urlaubsfotos einzeln per E-Mail zu verschicken, geben Sie ein ganzes Album frei. Die Familie schaut hinein, wann sie möchte – und sieht auch neue Bilder, die Sie später hinzufügen.
  • Von überall erreichbar: Wichtige Unterlagen, etwa die Buchungsbestätigung fürs Hotel, haben Sie im Urlaub auf jedem Gerät griffbereit.

Schritt für Schritt: die Foto-Sicherung prüfen

Der größte Alltagsnutzen der Cloud ist die automatische Foto-Sicherung am Smartphone. Ob sie bei Ihnen eingeschaltet ist, prüfen Sie in wenigen Minuten – und hier kann nichts kaputtgehen, Sie schauen ja zunächst nur nach.

Die automatische Foto-Sicherung am Smartphone prüfen und einschalten

  1. Einstellungen öffnen

    Beim iPhone: Öffnen Sie „Einstellungen“, tippen Sie ganz oben auf Ihren Namen, dann auf „iCloud“ und dort auf „Fotos“. Bei Android: Öffnen Sie die App „Google Fotos“ und tippen Sie oben rechts auf Ihr Profilbild.

  2. Die Sicherung finden

    Beim iPhone heißt der Schalter „Dieses iPhone synchronisieren“. Bei Android wählen Sie „Fotos-Einstellungen“ und dann den Punkt „Sicherung“ (manchmal auch „Back-up“ genannt – englisch für Datensicherung).

  3. Einschalten – am besten nur über WLAN

    Ist der Schalter grau, tippen Sie ihn an, damit er farbig wird. Prüfen Sie in den Einstellungen, dass die Sicherung nur über WLAN läuft – so verbraucht sie unterwegs kein mobiles Datenvolumen.

  4. Kurz kontrollieren

    Lassen Sie das Smartphone eine Weile im heimischen WLAN liegen. Danach zeigt die Foto-App eine Meldung wie „Sicherung abgeschlossen“ – von nun an wird jedes neue Foto von selbst gesichert, ohne dass Sie daran denken müssen.

Die Kehrseiten: ehrlich betrachtet

So praktisch die Cloud ist – sie hat auch Schattenseiten, und die sollten Sie kennen. Erstens die Kosten: Der Gratis-Speicher ist irgendwann voll, und dann zahlen Sie Monat für Monat. Das ist wie bei einem gemieteten Lagerraum – überschaubar, aber es läuft eben dauerhaft. Zweitens die Vertrauensfrage: Ihre Dateien liegen auf den Computern einer Firma. Die großen Anbieter verschlüsseln die Daten und sichern sie mehrfach, aber ein Rest Vertrauen gehört dazu. Drittens das Internet: Ohne Verbindung kein Zugriff – im Funkloch oder bei einer Störung kommen Sie an Dateien, die nur in der Cloud liegen, nicht heran.

Und schließlich der Datenschutz: Apple, Google und Microsoft sind amerikanische Firmen und unterliegen damit auch amerikanischem Recht. Wer Wert darauf legt, dass die eigenen Daten nach europäischen Regeln – der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO – behandelt werden und in Deutschland liegen, ist bei einem deutschen Dienst wie der Magenta Cloud gut aufgehoben. Besonders private Unterlagen wie Kontoauszüge oder Arztbriefe müssen ohnehin nicht in die Cloud; die können genauso gut nur auf dem eigenen Gerät bleiben.

Die Cloud ersetzt keine eigene Sicherung

Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: „Meine Fotos sind in der Cloud, also kann nichts mehr passieren.“ Ganz so einfach ist es leider nicht. Die Cloud ist ein Spiegel Ihrer Daten, kein Archiv: Durch das Synchronisieren zeigt sie immer den aktuellen Stand aller Geräte. Löschen Sie ein Foto am Smartphone, verschwindet es meist auch in der Cloud – und damit auf dem Tablet und überall sonst.

Zum Glück gibt es ein Sicherheitsnetz: Gelöschte Dateien landen zunächst in einem Papierkorb (bei Apple heißt er „Zuletzt gelöscht“). Dort bleiben sie je nach Dienst etwa 30 bis 60 Tage liegen und lassen sich mit einem Fingertipp zurückholen. Danach sind sie endgültig weg.

Damit ist die Stufe „Mittel“ geschafft – und das darf sich sehen lassen: Sie halten Ordnung in Dateien und Fotos, schreiben Texte am Computer, verstehen Ihr Heimnetz, kaufen sicher im Internet ein, erledigen Bankgeschäfte von zu Hause, telefonieren mit Bild, durchschauen Betrugsversuche, halten Ihren Computer mit Updates und Virenschutz gesund und wissen nun auch, was es mit der Cloud auf sich hat. Aus dem vorsichtigen Einsteiger von einst ist jemand geworden, der sich im digitalen Alltag sicher bewegt. Wenn Sie mögen, geht es weiter mit der Stufe „Fortgeschritten – Technik verstehen und beherrschen“: Dort lernen Sie unter anderem, wie eine richtige Datensicherung aussieht, damit Ihre Fotos und Dokumente doppelt geschützt sind. Wir freuen uns auf Sie.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Wo liegen Ihre Dateien, wenn sie „in der Cloud“ gespeichert sind?
2 Sie löschen ein Foto, das mit der Cloud synchronisiert wird, an Ihrem Smartphone. Was passiert in der Regel?
3 Welche Aussage über die kostenlosen Cloud-Angebote stimmt?
4 Ersetzt die Cloud eine eigene Datensicherung, etwa auf einer externen Festplatte?

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