Alles, was Sie am Computer erstellen oder speichern, wird zu einer Datei – und Dateien wohnen in Ordnern. Wer dieses einfache Prinzip einmal verstanden hat, findet auf dem Computer alles wieder: den Brief an die Versicherung, die Fotos vom letzten Ausflug, das aufgeschriebene Lieblingsrezept. In der vorigen Lektion haben Sie gelernt, wie Bildschirm, Symbole und Fenster zusammenspielen. Jetzt schauen wir hinter diese Symbole: Was ist eigentlich eine Datei? Wie sorgen Ordner für Ordnung? Und wie legen Sie beides selbst an, benennen es um und räumen auf? Eine gute Nachricht vorweg: Bei allem, was wir in dieser Lektion üben, kann nichts kaputtgehen – und fast jeder Schritt lässt sich rückgängig machen.
Alles ist eine Datei
Eine Datei ist ein Päckchen gespeicherter Informationen, das einen Namen trägt. Mehr steckt nicht dahinter. Der Brief, den Sie im Schreibprogramm verfassen, wird beim Speichern zu einer Datei. Das Foto, das Ihre Kamera oder Ihr Smartphone aufnimmt, ist eine Datei. Ein Musikstück, ein Video, ein eingescanntes Dokument – alles Dateien.
Am besten stellen Sie sich eine Datei wie ein Blatt Papier vor: Auf dem einen steht ein Brief, auf dem anderen klebt ein Foto, auf dem dritten sind Noten notiert. So verschieden der Inhalt ist – es bleibt immer ein Blatt, das man ablegen, kopieren, umbenennen oder wegwerfen kann. Genau diese Handgriffe lernen Sie in dieser Lektion, und sie funktionieren bei jeder Datei gleich, egal was darin steckt.
Dateinamen und Datei-Endungen
Jede Datei hat einen Namen, und dieser Name besteht aus zwei Teilen. Vorne steht der Name, den Sie selbst vergeben, zum Beispiel Brief an Versicherung. Dahinter folgt, durch einen Punkt getrennt, die Datei-Endung – ein kurzes Kürzel wie .docx oder .jpg. Die Endung verrät dem Computer, was für eine Art Datei das ist und mit welchem Programm er sie öffnen soll. Sie ist wie der kleine Aufkleber am Rücken eines Aktenordners: „Rechnungen“, „Fotos“, „Verträge“.
Ein paar Endungen begegnen Ihnen immer wieder:
| Endung | Was dahintersteckt |
|---|---|
.jpg / .png | Ein Bild oder Foto – die häufigsten Bildformate. |
.pdf | Ein fertiges Dokument, das überall gleich aussieht – wie ein gedrucktes Blatt. Rechnungen und Formulare kommen oft als PDF. |
.docx / .odt | Ein Textdokument zum Weiterbearbeiten, etwa aus Word oder dem kostenlosen LibreOffice. |
.mp3 | Ein Musikstück oder eine Tonaufnahme. |
.mp4 | Ein Video. |
Ordner: die Aktenschränke des Computers
Würden alle Blätter eines Haushalts lose auf einem einzigen Stapel liegen, fände niemand mehr etwas wieder. Deshalb gibt es im Büro Aktenschränke mit Fächern und Mappen – und auf dem Computer gibt es dafür Ordner. Ein Ordner ist ein benannter Behälter, in den Sie Dateien legen. Und das Schöne: In einen Ordner passen auch weitere Ordner, sogenannte Unterordner. So entsteht eine Ordnung wie im Schrank: der Ordner „Fotos“, darin der Unterordner „2026“, darin „Geburtstag Oma“.
Damit Sie nicht bei null anfangen müssen, bringt jeder Computer bereits einige Ordner mit, die Sie einfach nutzen können:
- Dokumente: der Platz für Briefe, Tabellen und alles Geschriebene.
- Bilder: hier gehören Fotos und Grafiken hin.
- Musik und Videos: für Tonaufnahmen, Lieder und Filme.
- Downloads: hier landet automatisch alles, was Sie aus dem Internet herunterladen – zum Beispiel eine Rechnung als PDF. Wenn Sie eine heruntergeladene Datei vermissen, lohnt sich zuerst ein Blick in diesen Ordner.
Der Datei-Explorer: Ihr Blick in den Aktenschrank
Um Ihre Dateien und Ordner anzusehen, gibt es ein eigenes Programm. Unter Windows heißt es Datei-Explorer (Explorer bedeutet übersetzt „Erkunder“) – Sie erkennen es am gelben Ordner-Symbol in der Taskleiste am unteren Bildschirmrand. Auf Apple-Computern übernimmt diese Aufgabe der Finder (englisch für „Aufspürer“) mit seinem blau-weißen lächelnden Gesicht. Beide funktionieren nach demselben Prinzip.
Das Fenster ist zweigeteilt: Links sehen Sie die Übersicht mit den wichtigsten Ordnern – Dokumente, Bilder, Downloads und so weiter. Ein Klick darauf zeigt rechts den Inhalt des Ordners. Ein Doppelklick auf einen Ordner öffnet ihn, ein Doppelklick auf eine Datei öffnet die Datei im passenden Programm. Und mit dem Zurück-Pfeil oben links gelangen Sie jederzeit einen Schritt zurück – Sie können sich also nicht „verlaufen“.
Einen eigenen Ordner anlegen und eine Datei hineinlegen
- Den Datei-Explorer öffnen
Klicken Sie in der Taskleiste auf das gelbe Ordner-Symbol. Wählen Sie links den Ordner Dokumente aus – hier soll unser neuer Ordner entstehen.
- Einen neuen Ordner erstellen
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie weiße Fläche im rechten Bereich. Im aufklappenden Menü wählen Sie „Neu“ und dann „Ordner“. Es erscheint ein neuer Ordner mit blau markiertem Namen.
- Dem Ordner einen Namen geben
Tippen Sie einfach los – der Vorschlag „Neuer Ordner“ wird dabei automatisch ersetzt. Schreiben Sie zum Beispiel
Meine Briefeund drücken Sie die Eingabetaste. Fertig ist Ihr erster eigener Ordner. - Eine Datei hineinlegen
Suchen Sie im selben Fenster eine beliebige Datei. Zeigen Sie mit der Maus darauf, drücken Sie die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Ziehen Sie die Datei nun auf Ihren neuen Ordner und lassen Sie die Taste los – die Datei „fällt“ hinein. Das ist das Ziehen und Ablegen, das Sie aus der Lektion „Maus und Tastatur“ kennen.
- Nachschauen
Öffnen Sie den Ordner mit einem Doppelklick: Ihre Datei liegt jetzt darin. Genau so räumen Sie künftig alles ein – vom Foto bis zum Brief.
Kopieren, Verschieben und Umbenennen
Zwei Handgriffe werden gern verwechselt. Beim Kopieren entsteht ein Duplikat: Das Original bleibt an seinem Platz, und am Zielort liegt eine zweite, identische Datei – wie eine Fotokopie. Beim Verschieben zieht die Datei dagegen um: Sie verschwindet am alten Ort und liegt danach nur noch am neuen. Beides erreichen Sie am einfachsten über die rechte Maustaste: Klicken Sie die Datei mit rechts an und wählen Sie „Kopieren“ (für die Fotokopie) oder „Ausschneiden“ (für den Umzug). Öffnen Sie dann den Zielordner, klicken Sie dort mit rechts auf eine freie Fläche und wählen Sie „Einfügen“.
Wer mag, kann sich später die Tastenkürzel dazu merken: Strg + C kopiert, Strg + X schneidet aus, Strg + V fügt ein. Zum Umbenennen klicken Sie eine Datei oder einen Ordner mit der rechten Maustaste an und wählen „Umbenennen“ – dann tippen Sie den neuen Namen und bestätigen mit der Eingabetaste.
Der Papierkorb: Löschen mit Sicherheitsnetz
Was Sie nicht mehr brauchen, dürfen Sie löschen: Datei mit rechts anklicken und „Löschen“ wählen – oder die Datei anklicken und die Taste Entf drücken. Die Datei ist damit aber nicht vernichtet, sondern wandert in den Papierkorb. Der funktioniert wie der Korb unter dem Schreibtisch: Was hineinfällt, liegt dort erst einmal nur. Haben Sie versehentlich etwas Falsches gelöscht, öffnen Sie den Papierkorb – sein Symbol liegt auf dem Desktop, der großen Bildschirmfläche aus der vorigen Lektion –, klicken die Datei mit rechts an und wählen „Wiederherstellen“. Sie liegt danach wieder an ihrem alten Platz, als wäre nichts gewesen. Löschen ist am Computer also fast immer umkehrbar – ein Grund mehr, angstfrei aufzuräumen.
Damit haben Sie das Ordnungssystem Ihres Computers verstanden: Alles ist eine Datei, Dateien wohnen in Ordnern, und mit dem Datei-Explorer behalten Sie den Überblick. Kopieren, Verschieben, Umbenennen und der Papierkorb geben Ihnen alle Werkzeuge an die Hand, um in Ruhe Ordnung zu schaffen – und kaum ein Schritt ist endgültig. In der nächsten Lektion verlassen wir den eigenen Computer und wagen den Blick hinaus in die weite Welt: Was ist das Internet?