Der Router ist die Poststelle Ihres Zuhauses: Er nimmt das Internet an der Haustür entgegen und verteilt es an alle Geräte in Ihren vier Wänden. Ob Laptop im Arbeitszimmer, Tablet auf dem Sofa oder Smartphone in der Küche – sie alle bekommen ihre „Post“ von diesem einen unscheinbaren Kästchen, das meist irgendwo neben der Telefondose steht und leise vor sich hin blinkt. In dieser Lektion lernen Sie Ihren Router in Ruhe kennen. Sie werden sehen: Dahinter steckt keine Zauberei, und kaputtmachen können Sie hier nichts.
Der Router: die Poststelle des Hauses
Das Wort Router (gesprochen „Ruter“) kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Wegweiser“ oder „Verteiler“. Genau das ist seine Aufgabe: Er ist mit der Telefon- oder Kabeldose verbunden und stellt darüber die Verbindung zu Ihrem Internet-Anbieter her – zum Beispiel zur Telekom, zu Vodafone oder O2. Nach innen verteilt er das Internet dann an alle Ihre Geräte. Wie eine gute Poststelle sorgt er dafür, dass jedes Päckchen beim richtigen Empfänger landet: Die Webseite, die Sie am Laptop aufrufen, erscheint auf dem Laptop – und die E-Mail für das Tablet landet auf dem Tablet.
In Deutschland heißt der Router in vielen Haushalten Fritzbox – das ist ein besonders verbreitetes Gerät der Berliner Firma AVM, meist in Rot-Weiß. Andere bekommen von ihrem Anbieter Geräte mit Namen wie „Speedport“ oder „Vodafone Station“. Die Marke spielt für diese Lektion keine Rolle: Alle Router arbeiten nach demselben Prinzip, und alles, was Sie hier lernen, gilt für jedes Modell.
WLAN: Internet ohne Kabel
Früher musste jeder Computer mit einem Kabel am Router hängen. Heute übernimmt das in den meisten Wohnungen das WLAN – eine Abkürzung für den englischen Ausdruck Wireless Local Area Network, auf Deutsch: „drahtloses Heimnetz“. Sie können sich das WLAN wie einen unsichtbaren Funkverkehr vorstellen, ähnlich dem Radio: Der Router sendet und empfängt über Funkwellen, und Ihre Geräte tun dasselbe. Deshalb kann das Tablet auf dem Sofa im Internet sein, ohne dass irgendwo ein Kabel liegt.
Ein Blick auf die Lämpchen am Router verrät Ihnen jederzeit, ob alles in Ordnung ist. Die Beschriftungen unterscheiden sich je nach Modell ein wenig, aber die Grundregel ist überall gleich: Ruhig leuchtende Lämpchen sind ein gutes Zeichen.
| Lämpchen | Was es Ihnen sagt |
|---|---|
| Power / Strom leuchtet | Der Router hat Strom und ist eingeschaltet – die Grundvoraussetzung für alles Weitere. |
| Internet / DSL leuchtet | Die Verbindung zu Ihrem Anbieter steht. Blinkt es hier länger, versucht der Router gerade, die Verbindung aufzubauen. |
| WLAN leuchtet | Das Funknetz ist eingeschaltet – Ihre Geräte können sich verbinden. |
| Alles dunkel | Der Router bekommt keinen Strom. Prüfen Sie Steckdose und Netzteil – oft ist nur ein Stecker locker. |
Name und Passwort: der Aufkleber unter dem Router
Damit sich nicht jeder Nachbar in Ihr Funknetz einwählen kann, ist es doppelt gesichert: Ihr WLAN hat einen Namen (im Fachjargon SSID genannt) und ein WLAN-Passwort, manchmal auch „WLAN-Schlüssel“ oder „Netzwerkschlüssel“ genannt. Der Name sorgt dafür, dass Sie Ihr Netz in der Liste erkennen – er heißt zum Beispiel „FRITZ!Box 7590 XY“. Das Passwort ist der Hausschlüssel: Nur wer es kennt, kommt hinein.
Und wo finden Sie beides? Ganz einfach: auf dem Aufkleber an der Unterseite oder Rückseite des Routers. Drehen Sie das Gerät ruhig einmal um – dort stehen der WLAN-Name und das dazugehörige Passwort schwarz auf weiß. Viele Menschen schreiben sich beides zusätzlich auf einen Zettel, den sie in der Nähe des Routers aufbewahren. Das ist völlig in Ordnung: Dieses Passwort schützt Ihr Heimnetz, nicht Ihr Bankkonto – es muss nur vor Fremden sicher sein, nicht vor Ihrer Familie.
Ein neues Gerät verbinden – Schritt für Schritt
Ein neues Smartphone, ein Tablet vom Enkel oder ein frisch gekaufter Laptop – jedes Gerät muss sich nur ein einziges Mal bei Ihrem WLAN „vorstellen“. Danach merkt es sich die Verbindung und wählt sich künftig von selbst ein. So gehen Sie vor:
So verbinden Sie ein Gerät mit Ihrem WLAN
- Einstellungen öffnen
Öffnen Sie auf dem Gerät die Einstellungen – das Symbol sieht meist wie ein Zahnrad aus. Tippen oder klicken Sie dort auf den Punkt WLAN (bei manchen Geräten „Netzwerk & Internet“).
- Ihr Netz in der Liste finden
Das Gerät zeigt nun alle Funknetze in Reichweite an – oft auch die der Nachbarn. Suchen Sie den Namen, der auf dem Aufkleber Ihres Routers steht, und tippen Sie ihn an.
- WLAN-Passwort eingeben
Tippen Sie das Passwort vom Aufkleber sorgfältig ab – Groß- und Kleinschreibung zählen. Ein Tipp: Über das Augen-Symbol im Eingabefeld können Sie sich das Getippte anzeigen lassen und Tippfehler leichter erkennen.
- Verbinden und fertig
Bestätigen Sie mit Verbinden. Nach wenigen Sekunden erscheint oben am Bildschirmrand das WLAN-Symbol – ein kleiner Fächer aus gebogenen Strichen. Das Gerät ist jetzt dauerhaft angemeldet und verbindet sich ab sofort automatisch, sobald Sie zu Hause sind.
Wenn es hakt: Reichweite und der berühmte Neustart
Funkwellen sind bequem, aber nicht allmächtig. Jede Wand, die das Signal durchqueren muss, schwächt es ein wenig – dicke Betonwände und Stahlbetondecken zwischen den Etagen sind die größten Bremsen. Deshalb ist das WLAN im Zimmer neben dem Router meist blitzschnell, während es zwei Zimmer weiter oder im Obergeschoss zäh werden kann. Mit ein paar einfachen Kniffen holen Sie mehr heraus:
- Möglichst zentral aufstellen: Steht der Router in der Mitte der Wohnung statt in der hintersten Ecke, verteilt sich das Signal gleichmäßiger in alle Räume.
- Freistehend und erhöht: Auf einem Regal oder einer Kommode funkt der Router besser als auf dem Boden, hinter dem Fernseher oder eingesperrt im Schrank.
- Störer meiden: Mikrowelle, schnurloses Telefon und große Metallflächen können den Funk stören – ein wenig Abstand hilft.
- Bei großen Wohnungen: Ein sogenannter Repeater (auf Deutsch: „Verstärker“) ist ein kleines Zusatzgerät für die Steckdose, das das Signal auffängt und weiterreicht – zum Beispiel ins Obergeschoss.
Kein Internet, obwohl gestern noch alles lief? Bevor Sie sich ärgern oder jemanden anrufen, probieren Sie den ältesten und besten Trick der Computerwelt: Ziehen Sie den Stromstecker des Routers, warten Sie etwa 30 Sekunden und stecken Sie ihn wieder ein. Der Router startet dann komplett neu, räumt innerlich auf und baut alle Verbindungen frisch auf – wie ein Mensch, der nach einem kurzen Nickerchen wieder klar denken kann. Nach fünf bis zehn Minuten leuchten die Lämpchen wieder ruhig, und in erstaunlich vielen Fällen ist das Problem damit verschwunden. Dabei kann nichts kaputtgehen: Ihre Einstellungen, Ihr WLAN-Name und Ihr Passwort bleiben selbstverständlich erhalten.
Besuch da? Das Gäste-WLAN – und wann der Fachmann ran muss
Wenn die Enkel zu Besuch kommen, fragen sie oft als Erstes nach dem WLAN. Dafür gibt es bei den meisten Routern – bei der Fritzbox zum Beispiel – eine elegante Lösung: das Gäste-WLAN. Das ist ein zweites, getrenntes Funknetz mit eigenem Namen und eigenem Passwort, sozusagen das Gästezimmer Ihres Heimnetzes. Ihre Gäste kommen damit ins Internet, haben aber keinen Zugriff auf Ihre eigenen Geräte und Daten. Und Ihr Haupt-Passwort bleibt privat.
Und wenn trotz Neustart, geprüfter Stecker und Geduld nichts mehr geht? Dann ist das kein Grund zur Sorge – und vor allem kein Anlass, an sich selbst zu zweifeln. Wenn die Internet- oder DSL-Lampe dauerhaft blinkt oder aus bleibt, liegt die Störung häufig beim Anbieter, nicht bei Ihnen. Rufen Sie in diesem Fall die Kundenhotline Ihres Anbieters an; die Nummer steht auf Ihrer Rechnung. Dort kann man Ihre Leitung aus der Ferne prüfen und schickt bei Bedarf einen Techniker vorbei – liegt die Störung im Netz des Anbieters, kostet Sie das nichts. Genau dafür bezahlen Sie Ihren monatlichen Beitrag.
Damit haben Sie Ihr Heimnetz im Griff: Sie wissen, was Router und WLAN tun, wo Name und Passwort stehen, wie Sie neue Geräte verbinden – und dass 30 Sekunden ohne Strom oft die beste Medizin sind. Auf diesem sicheren Fundament bauen wir in der nächsten Lektion auf: Dort zeigen wir Ihnen, wie Sie sicher online einkaufen – vom Erkennen seriöser Händler bis zur richtigen Bezahlweise.