Eine Tabellenkalkulation ist ein Rechenblatt auf dem Bildschirm: Sie tragen Zahlen ein, und der Computer rechnet für Sie. Was früher mit kariertem Papier, Bleistift und Taschenrechner ein halber Nachmittag war, erledigt ein solches Programm in Sekunden – und rechnet sofort alles neu, wenn sich eine Zahl ändert. In der vorigen Lektion haben Sie Ihr Heimnetzwerk eingerichtet und abgesichert; heute geht es wieder ans praktische Arbeiten. Keine Sorge: Auch hier kann nichts kaputtgehen, und am Ende dieser Lektion haben Sie Ihr erstes eigenes Haushaltsbuch angelegt, das jeden Monat von selbst für Sie zusammenzählt.
Wofür braucht man das im Alltag?
Das Wort klingt sperrig, aber dahinter steckt ein sehr alltagstaugliches Werkzeug. „Tabellenkalkulation“ bedeutet nichts anderes als „Rechnen in einer Tabelle“ – und dafür gibt es im Alltag viele gute Anlässe:
- Das Haushaltsbuch: Einnahmen und Ausgaben untereinander eintragen – die Tabelle sagt Ihnen am Monatsende auf den Cent genau, was übrig bleibt.
- Die Nebenkostenübersicht: Zählerstände und Abschläge für Strom, Gas und Wasser Monat für Monat notieren. So erkennen Sie sofort, ob der Verbrauch steigt – und ob die Jahresabrechnung stimmen kann.
- Die Vereinsliste: Mitglieder mit Name, Telefonnummer und bezahltem Beitrag verwalten – übersichtlicher als jeder Zettelkasten und mit einem Klick alphabetisch sortiert.
- Der Medikamentenplan: Welche Tablette morgens, mittags, abends? Einmal sauber in eine Tabelle geschrieben, ausgedruckt und an den Kühlschrank gehängt.
Kurz gesagt: Überall dort, wo Sie bisher Listen auf Papier geführt haben, kann eine Tabellenkalkulation einspringen – mit dem Unterschied, dass sie nie einen Rechenfehler macht und Sie jederzeit etwas ändern können, ohne zu radieren.
Welches Programm? Excel, Calc und Google Tabellen
Das bekannteste Programm ist Microsoft Excel – der „Klassiker“, der in fast jedem Büro läuft, allerdings Geld kostet. Wer nichts ausgeben möchte, nimmt LibreOffice Calc: Es gehört zum kostenlosen Büropaket LibreOffice, das Sie vielleicht schon aus der Lektion über das Schreiben von Texten kennen. Eine dritte Möglichkeit ist Google Tabellen – es läuft direkt im Browser, also in dem Programm, mit dem Sie Webseiten ansehen; dafür braucht man ein Google-Konto.
| Programm | Kosten | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Microsoft Excel | kostenpflichtig | Teil von Microsoft Office bzw. Microsoft 365; der Standard in vielen Büros. |
| LibreOffice Calc | kostenlos | Teil des freien Büropakets LibreOffice; wird auf dem eigenen Computer installiert. |
| Google Tabellen | kostenlos | Läuft im Browser, ein Google-Konto ist nötig; die Tabellen liegen im Internet. |
Die gute Nachricht: Die Grundfunktionen sind überall gleich. Zellen, Formeln und die SUMME-Funktion funktionieren in allen drei Programmen nach demselben Prinzip – was Sie in dieser Lektion lernen, können Sie also überall anwenden.
Das Grundprinzip: Zellen, Zeilen und Spalten
Wenn Sie ein Tabellenkalkulationsprogramm öffnen, sehen Sie ein großes Gitter aus Kästchen – wie ein kariertes Rechenheft. Jedes einzelne Kästchen heißt Zelle. Die Spalten (senkrecht) tragen Buchstaben: A, B, C und so weiter. Die Zeilen (waagerecht) sind durchnummeriert: 1, 2, 3 … Dadurch hat jede Zelle eine eindeutige Adresse, genau wie beim Spiel „Schiffe versenken“: Die Zelle B3 liegt in Spalte B, Zeile 3. Die Adresse der gerade angeklickten Zelle wird links oben im Programm angezeigt.
In eine Zelle können Sie dreierlei eintragen: Text (etwa „Miete“), Zahlen (etwa 850) oder Formeln – kleine Rechenanweisungen, zu denen wir gleich kommen. Die Bedienung ist einfach: Zelle anklicken, lostippen, mit der Eingabetaste Enter bestätigen. Schon springt die Markierung eine Zeile tiefer, bereit für den nächsten Eintrag.
Die erste Formel – und die Wunderfunktion SUMME
Jetzt kommt der Moment, in dem die Tabelle rechnen lernt. Eine Formel ist eine Rechenanweisung und beginnt immer mit einem Gleichheitszeichen. Ein Beispiel: In Zelle A1 steht die Zahl 20, in A2 die Zahl 30. Klicken Sie nun in A3 und tippen Sie =A1+A2, dann Enter – und in A3 erscheint 50. Die Zelle merkt sich dabei nicht das Ergebnis, sondern die Rechenvorschrift „nimm A1 und zähle A2 dazu“.
Genau das ist der eigentliche Zauber: Ändern Sie die 20 in A1 auf 25, springt A3 wie von Geisterhand auf 55 – ohne dass Sie irgendetwas neu rechnen müssen. Die Tabelle rechnet automatisch alles nach, sooft sich eine Zahl ändert. Ein Haushaltsbuch auf Papier müssten Sie nach jeder Korrektur neu zusammenzählen; die Tabellenkalkulation erledigt das in einem Wimpernschlag.
Für lange Zahlenkolonnen gibt es eine Abkürzung, die viele die „Wunderfunktion“ nennen: SUMME. Statt mühsam =B2+B3+B4+B5 zu tippen, schreiben Sie =SUMME(B2:B9) – das zählt alle Zahlen von Zelle B2 bis Zelle B9 zusammen. Der Doppelpunkt bedeutet dabei schlicht „bis“. Kommt später eine Zahl in diesem Bereich dazu oder ändert sich eine, stimmt die Summe trotzdem immer.
Schritt für Schritt: Ihr erstes Haushaltsbuch
Genug Theorie – legen wir gemeinsam ein einfaches Haushaltsbuch für einen Monat an. Öffnen Sie dazu Ihr Tabellenkalkulationsprogramm mit einem leeren Blatt.
Ein Haushaltsbuch für einen Monat anlegen
- Spalten beschriften
Klicken Sie in Zelle A1 und tippen Sie „Posten“, dann in B1 und tippen Sie „Betrag in Euro“. Das sind Ihre Überschriften – wie die Spaltenköpfe in einem Rechnungsheft.
- Einnahmen eintragen
Tragen Sie in die Zeilen 2 und 3 Ihre Einnahmen ein: zum Beispiel in A2 „Rente“ und in B2 die Zahl 1600, in A3 „Sonstiges“ und in B3 die Zahl 100. Tippen Sie nur die nackte Zahl – ohne Eurozeichen, das ergänzen wir später.
- Ausgaben mit Minuszeichen eintragen
Ab Zeile 4 folgen die Ausgaben, jeweils mit einem Minuszeichen davor: etwa „Miete“ mit -850, „Strom“ mit -80, „Lebensmittel“ mit -400, „Versicherung“ mit -60. Das Minuszeichen sorgt dafür, dass die Ausgaben nachher automatisch abgezogen werden.
- Die Monatssumme rechnen lassen
Schreiben Sie in A9 das Wort „Monatssumme“ und in B9 die Formel
=SUMME(B2:B7), dann Enter. In unserem Beispiel erscheint 310 – so viel bleibt in diesem Monat übrig. - Die Probe aufs Exempel
Ändern Sie nun eine Zahl, etwa die Lebensmittel auf -450, und sehen Sie zu, wie die Monatssumme sofort mitrechnet. Speichern Sie die Datei zum Schluss unter einem sprechenden Namen, zum Beispiel „Haushaltsbuch 2026“.
Schön und lesbar: Format, Sortieren, Diagramm
Zahlen versteht man leichter, wenn sie ordentlich aussehen. Drei Handgriffe genügen, und Ihr Haushaltsbuch wirkt wie vom Steuerberater:
- Euro-Format: Markieren Sie die Betragsspalte und wählen Sie das Zahlenformat „Währung“ (oft ein Knopf mit Eurozeichen oder Geldscheinen in der Symbolleiste). Aus 850 wird 850,00 € – mit sauberen Nachkommastellen.
- Fette Überschriften: Markieren Sie die erste Zeile und klicken Sie auf das fette F in der Symbolleiste. So heben sich die Spaltentitel klar von den Zahlen ab.
- Passende Spaltenbreite: Ist eine Spalte zu schmal, zeigt das Programm Rauten (####) statt der Zahl. Ein Doppelklick auf die Trennlinie zwischen den Spaltenbuchstaben – etwa zwischen B und C – macht die Spalte automatisch genau breit genug.
Auch Ordnung schafft das Programm auf Knopfdruck: Markieren Sie zum Beispiel Ihre Vereinsliste und wählen Sie im Menü den Punkt „Sortieren“ – schon stehen alle Namen alphabetisch untereinander, ohne dass Sie eine einzige Zeile von Hand verschieben müssen.
Und wenn Sie aus Zahlen ein Bild machen möchten: Markieren Sie Ihre Tabelle mit Posten und Beträgen und wählen Sie im Menü „Einfügen“ den Punkt „Diagramm“. Das Programm schlägt von selbst eine passende Darstellung vor – etwa ein Kreisdiagramm, im Volksmund „Tortendiagramm“, bei dem jedes Tortenstück eine Ausgabe darstellt. So sehen Sie auf einen Blick, wohin das meiste Geld geht – oft eine echte Überraschung.
Damit haben Sie eines der nützlichsten Werkzeuge des Computers kennengelernt: Ihr Haushaltsbuch rechnet ab jetzt von selbst, Ihre Listen sortieren sich auf Knopfdruck, und aus nüchternen Zahlen wird bei Bedarf ein anschauliches Bild. Bleiben Sie ruhig ein paar Tage beim Üben – jede Tabelle, die Sie anlegen, macht die nächste leichter. In der folgenden Lektion widmen wir uns dann den schönen Dingen: Bildbearbeitung: Fotos verbessern und zuschneiden.