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Stufe: Fortgeschritten · Lektion 8 von 10

Bildbearbeitung: Fotos verbessern und zuschneiden

Schiefer Horizont, zu dunkel, zu viel Drumherum? Mit den eingebauten Werkzeugen von Computer und Smartphone rücken Sie Ihre Fotos in wenigen Schritten gerade, schneiden sie zu und hellen sie auf – ganz ohne teures Programm.

Für geübte Anwender Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie wissen, dass schon drei kleine Handgriffe – gerade rücken, zuschneiden, aufhellen – fast jedes Foto deutlich verbessern.
  • Sie können mit den eingebauten Werkzeugen Ihres Geräts ein Foto zuschneiden, drehen und aufhellen.
  • Sie kennen die automatische Verbesserung („Zauberstab“) und Filter – und wissen, dass weniger oft mehr ist.
  • Sie können ein Foto so verkleinern, dass es sich problemlos per E-Mail verschicken lässt.
  • Sie beherzigen die goldene Regel der Bildbearbeitung: Das Original bleibt unangetastet, bearbeitet wird eine Kopie.

Sie brauchen weder ein teures Programm noch eine Ausbildung, um aus einem guten Foto ein sehr gutes zu machen. Nach dem eher nüchternen Rechnen mit Tabellen in der vorigen Lektion wird es heute anschaulich: Wir kümmern uns um Ihre Fotos. Die meisten Bilder, die Ihnen nicht ganz gefallen, leiden nämlich nicht an der Kamera, sondern an Kleinigkeiten – ein schiefer Horizont, zu viel Drumherum, etwas zu dunkel. Genau diese Kleinigkeiten lassen sich mit Bordmitteln beheben, also mit den Werkzeugen, die auf Ihrem Gerät bereits vorhanden sind. Und das Beste: Dabei kann nichts kaputtgehen, wenn Sie eine einzige Regel beachten, die wir am Ende dieser Lektion festhalten.

Kleine Korrekturen, große Wirkung

Denken Sie an ein Gemälde, das schief an der Wand hängt: Es mag noch so schön sein – das Auge bleibt am schiefen Rahmen hängen. Bei Fotos ist es genauso. Drei einfache Korrekturen wirken deshalb Wunder:

Gerade rücken: Ein kippender Horizont am Meer oder ein schiefer Kirchturm wird mit einem kleinen Drehregler begradigt – als würden Sie das Bild an der Wand zurechtrücken. Zuschneiden: Sie schneiden die Ränder weg, die nichts zum Bild beitragen – den halben Mülleimer links, den leeren Himmel oben. Was bleibt, ist das, worauf es ankommt: das Gesicht, die Blume, der Sonnenuntergang. Das ist wie ein Passepartout beim Rahmenmacher, das den Blick auf das Wesentliche lenkt. Aufhellen: Viele Fotos aus Innenräumen sind einen Hauch zu dunkel. Ein Schieberegler für die Helligkeit holt Gesichter und Farben zurück ans Licht.

Mehr ist oft gar nicht nötig. Aus „ganz nett“ wird mit diesen drei Handgriffen erstaunlich häufig „richtig gut“ – in weniger als einer Minute.

Die eingebauten Werkzeuge reichen oft

Für die Bildbearbeitung müssen Sie nichts kaufen und nichts installieren. Jedes moderne Gerät bringt bereits ein Fotoprogramm mit, das für die alltäglichen Korrekturen völlig ausreicht:

Ihr GerätDas eingebaute Werkzeug
Windows-PC oder LaptopDie Fotos-App von Windows 11. Ein Doppelklick auf ein Bild öffnet sie; oben finden Sie den Knopf „Bearbeiten“.
iPhone oder iPadDie Fotos-App. Bild antippen, dann auf „Bearbeiten“ tippen – schon erscheinen alle Regler.
Android-SmartphoneDie Fotos- oder Galerie-App, meist Google Fotos. Auch hier heißt der entscheidende Knopf „Bearbeiten“.
MacDas Programm „Vorschau“ öffnet jedes Bild und kann zuschneiden, drehen und die Größe ändern; die Fotos-App bietet zusätzlich Regler für Licht und Farbe.

Die Bedienung ähnelt sich überall: Es gibt ein Symbol zum Zuschneiden (meist ein kleiner Rahmen mit Ecken), Schieberegler für Helligkeit und Farben und einen Knopf zum Speichern. Wenn Sie es einmal auf einem Gerät gelernt haben, finden Sie sich auf den anderen schnell zurecht.

Schritt für Schritt: zuschneiden, drehen und aufhellen

Probieren wir es gemeinsam aus – mit der Fotos-App unter Windows oder der Fotos-App Ihres Smartphones. Suchen Sie sich ein Foto aus, das ein wenig Zuwendung vertragen kann:

Ein Foto in fünf Schritten verbessern

  1. Foto öffnen und „Bearbeiten“ wählen

    Öffnen Sie das Bild und tippen oder klicken Sie auf „Bearbeiten“. Am Rand erscheinen nun die Werkzeuge – erschrecken Sie nicht vor der Auswahl, wir brauchen nur drei davon.

  2. Gerade rücken

    Wählen Sie das Zuschneide-Werkzeug (der kleine Rahmen). Darunter finden Sie einen Drehregler oder ein Gradmaß: Ziehen Sie daran, bis der Horizont waagerecht liegt. Viele Apps blenden dabei Hilfslinien ein – wie eine Wasserwaage.

  3. Zuschneiden

    Fassen Sie die Ecken des Rahmens an und ziehen Sie ihn enger um das, was wichtig ist. Alles außerhalb des Rahmens wird abgeschnitten – so, als würden Sie mit der Schere den Rand einer Postkarte kürzen, nur jederzeit widerrufbar.

  4. Aufhellen

    Wechseln Sie zu den Reglern für Helligkeit oder Licht und schieben Sie behutsam nach rechts, bis Gesichter und Farben freundlich wirken. Kleine Bewegungen genügen – das Bild soll heller werden, nicht blass.

  5. Als Kopie speichern

    Speichern Sie das Ergebnis – wenn möglich mit „Als Kopie speichern“. Dann liegt das verbesserte Bild neben dem Original, und Sie haben beide Fassungen. Auf dem Smartphone genügt „Fertig“: Dort bleibt das Original im Hintergrund erhalten.

Zauberstab, Filter und Radiergummi

In fast jedem Fotoprogramm gibt es einen Knopf mit einem Zauberstab-Symbol: die automatische Verbesserung. Ein einziger Klick, und das Programm richtet Helligkeit, Kontrast und Farben nach eigenem Ermessen her. Oft ist das Ergebnis verblüffend gut – und wenn nicht, nehmen Sie es mit einem zweiten Klick einfach wieder zurück. Es kostet nichts, den Zauberstab immer zuerst auszuprobieren.

Daneben locken Filter: fertige Bearbeitungsvorlagen, die dem Bild auf einen Schlag eine Stimmung verpassen – warm und golden, kühl und bläulich oder nostalgisch in Schwarz-Weiß. Das ist, als hielten Sie farbige Folien vor das Foto. Spielen Sie ruhig damit, aber seien Sie sparsam: Ein dezent bearbeitetes Bild wirkt auch in zehn Jahren noch gut, ein stark gefiltertes schnell künstlich.

Richtig erstaunlich sind die modernen Retusche-Werkzeuge – Retusche bedeutet, störende Stellen im Bild auszubessern. Der Mülleimer am Strand, die fremde Person im Hintergrund, der Fleck auf der Tischdecke: Sie umkreisen das Störende mit dem Finger oder der Maus, und es verschwindet. Das Programm ergänzt den Hintergrund selbstständig so, als wäre nie etwas dort gewesen – wie ein Restaurator, der eine schadhafte Stelle im Gemälde unsichtbar ausbessert. Möglich macht das künstliche Intelligenz, die eingebaute „Denkhilfe“ des Programms. Beim iPhone heißt die Funktion „Aufräumen“, bei Google Fotos „Magischer Radierer“, in der Windows-Fotos-App „Generatives Löschen“.

Fotos fürs Versenden verkleinern

Moderne Smartphone-Kameras nehmen Fotos mit sehr vielen Bildpunkten auf – eine einzige Aufnahme ist schnell fünf bis zehn Megabyte groß. Für Abzüge im Posterformat ist das wunderbar, für die E-Mail aber ein Problem: Viele Postfächer nehmen nur Nachrichten bis etwa 20 Megabyte an. Hängen Sie vier oder fünf Urlaubsfotos in voller Größe an, kommt die E-Mail womöglich als unzustellbar zurück – als hätten Sie versucht, eine Plakatrolle in einen normalen Briefumschlag zu stecken. Zum Ansehen auf dem Bildschirm reicht ein deutlich kleineres Bild völlig aus.

  • Am iPhone oder iPad: Beim Anhängen an eine E-Mail fragt das Gerät von selbst, ob es die Bilder in „Klein“, „Mittel“ oder „Groß“ verschicken soll. Für die Ansicht am Bildschirm genügt „Mittel“.
  • In der Windows-Fotos-App: Öffnen Sie das Bild, klicken Sie auf die drei Punkte oben und wählen Sie „Bildgröße ändern“. Speichern Sie die kleinere Fassung unter neuem Namen.
  • In vielen E-Mail-Programmen: Beim Anhängen großer Bilder erscheint oft ein Angebot wie „Bilder verkleinern“ – nehmen Sie es ruhig an.
  • Bei vielen Fotos auf einmal: Verschicken Sie statt der Bilder einen Verweis auf einen Cloud-Speicher – wie das geht, kennen Sie aus der Lektion zum Cloud-Speicher.

Die goldene Regel: Das Original bleibt unangetastet

Und wenn Sie eines Tages mehr wollen? Dann gibt es kostenlose Programme für den Computer, die kaum Wünsche offenlassen: GIMP ist eine sehr umfangreiche Bildbearbeitung, die es mit teuren Profiprogrammen aufnehmen kann, und Paint.NET für Windows ist der einfachere, freundlichere Einstieg. Beide kosten nichts – für die alltäglichen Korrekturen aus dieser Lektion brauchen Sie sie aber nicht. Die Bordmittel genügen.

Sie können jetzt schiefe Fotos gerade rücken, Überflüssiges wegschneiden, dunkle Bilder aufhellen und Ihre Werke in verschicktauglicher Größe auf die Reise schicken – und das Original bleibt dabei stets in Sicherheit. Beim „Radiergummi“ für störende Bildteile haben Sie außerdem schon einen Vorgeschmack darauf bekommen, was künstliche Intelligenz heute leistet. Genau dort machen wir weiter: In der nächsten Lektion, „Künstliche Intelligenz im Alltag nutzen“, schauen wir uns in Ruhe an, was hinter diesem Begriff steckt und wie Ihnen diese Helfer ganz praktisch dienen können.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Was besagt die goldene Regel der Bildbearbeitung?
2 Was bewirkt der „Zauberstab“, also die automatische Verbesserung?
3 Ihre E-Mail mit fünf Urlaubsfotos kommt als unzustellbar zurück. Woran liegt das am wahrscheinlichsten?
4 Womit können Sie an einem Windows-11-Computer ein Foto zuschneiden, ohne etwas zu installieren?

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