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Stufe: Mittel · Lektion 5 von 10

Sicher online einkaufen

Bestellen im Internet ist bequem – und mit ein paar einfachen Regeln genauso sicher wie der Einkauf im Laden. Diese Lektion zeigt Schritt für Schritt, wie eine Bestellung abläuft, woran Sie seriöse Händler erkennen und welche Bezahlart die richtige ist.

Grundkenntnisse empfohlen Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie kennen den typischen Ablauf einer Online-Bestellung – vom Suchen bis zur Bestellbestätigung.
  • Sie erkennen seriöse Händler an Impressum, Kontaktmöglichkeiten und realistischen Preisen.
  • Sie durchschauen die typischen Warnzeichen von Fake-Shops, bevor Geld fließt.
  • Sie wählen eine sichere Bezahlart und wissen, warum Vorkasse an Unbekannte tabu ist.
  • Sie kennen Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht und wissen, wie Rücksendungen funktionieren.

Online einkaufen ist keine Mutprobe – es ist ein ganz normaler Einkauf, nur eben mit der Post statt mit der Einkaufstasche. Millionen Menschen in Deutschland bestellen regelmäßig im Internet – vom Buch bis zum Wocheneinkauf. Wer ein paar einfache Regeln kennt, ist dabei genauso sicher wie an der Ladenkasse – in mancher Hinsicht sogar besser geschützt, denn für Online-Käufe gelten besondere Verbraucherrechte. Nachdem Sie in der letzten Lektion Ihr Heimnetz mit WLAN und Router kennengelernt haben, nutzen wir diese sichere Verbindung nun für etwas sehr Praktisches: den Einkauf vom Sofa aus.

Warum online einkaufen? Der Katalog von heute

Vielleicht erinnern Sie sich an die dicken Versandhauskataloge von früher: durchblättern, Bestellschein ausfüllen, abschicken, warten. Ein Online-Shop – also ein Geschäft im Internet – funktioniert nach demselben Prinzip, nur schneller und bequemer. Sie blättern am Bildschirm, statt einen Bestellschein auszufüllen klicken Sie ein paar Mal, und das Paket kommt oft schon nach zwei oder drei Tagen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: rund um die Uhr geöffnet, riesige Auswahl, kein Kistenschleppen – und Preise lassen sich in Ruhe vergleichen. Gerade wer nicht mehr gut zu Fuß ist oder auf dem Land wohnt, gewinnt dadurch ein großes Stück Unabhängigkeit.

So läuft eine Bestellung ab – Schritt für Schritt

Fast alle Online-Shops funktionieren nach demselben Muster. Wenn Sie den Ablauf einmal kennen, finden Sie sich überall zurecht – ob beim großen Versandhändler oder im kleinen Fachgeschäft:

Eine Online-Bestellung von Anfang bis Ende

  1. Artikel suchen und ansehen

    Tippen Sie den gewünschten Artikel in das Suchfeld des Shops, zum Beispiel „Kaffeemaschine“. Klicken Sie ein Ergebnis an, um Fotos, Beschreibung, Preis und Versandkosten in Ruhe zu lesen.

  2. In den Warenkorb legen

    Gefällt Ihnen der Artikel, klicken Sie auf „In den Warenkorb“. Der Warenkorb ist Ihr digitaler Einkaufswagen – meist als kleines Körbchen- oder Wagensymbol oben rechts zu sehen. Sie können weiterstöbern und beliebig viele Artikel hineinlegen oder wieder entfernen.

  3. Zur Kasse gehen

    Mit einem Klick auf „Zur Kasse“ beginnt der eigentliche Bestellvorgang. Sie geben Ihre Lieferanschrift ein und wählen eine Bezahlart. Viele Shops bieten eine Bestellung „als Gast“ an – dann müssen Sie kein Kundenkonto mit Passwort anlegen.

  4. Prüfen und bestellen

    Vor dem letzten Klick zeigt der Shop eine Übersicht: Artikel, Preis, Versandkosten, Anschrift. Lesen Sie diese Seite aufmerksam – hier lässt sich noch alles ändern. Erst der Klick auf „Zahlungspflichtig bestellen“ schließt den Kauf ab.

  5. Bestellbestätigung aufbewahren

    Kurz darauf erhalten Sie eine Bestellbestätigung per E-Mail: Ihr Kaufbeleg mit Bestellnummer. Löschen Sie diese E-Mail nicht – sie ist Ihre Quittung, falls später etwas mit der Lieferung sein sollte.

Seriöse Händler erkennen

Im Laden sehen Sie sofort, ob ein Geschäft ordentlich geführt wird. Im Internet gibt es dafür andere Anhaltspunkte – und die sind schnell geprüft:

  • Vollständiges Impressum: Jeder Händler in Deutschland muss auf seiner Webseite ein Impressum haben – eine Art Firmenschild mit Namen, Anschrift und Vertretungsberechtigtem. Fehlt es oder steht dort nur ein Postfach im Ausland, ist Vorsicht angebracht.
  • Echte Kontaktmöglichkeit: Seriöse Shops nennen eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, unter der wirklich jemand antwortet. Im Zweifel: einfach einmal anrufen, bevor Sie bestellen.
  • Realistische Preise: Gute Angebote gibt es – aber wenn die neue Markenkamera überall 800 Euro kostet und ein unbekannter Shop sie für 299 Euro anpreist, stimmt fast immer etwas nicht.
  • Bewertungen richtig lesen: Kundenbewertungen sind hilfreich, aber kein Beweis. Lesen Sie nicht nur die Sternchen, sondern auch die Texte – und zwar gezielt die mittleren und schlechten Bewertungen. Hunderte gleichklingende Fünf-Sterne-Lobeshymnen vom selben Tag sind eher ein Warnzeichen als ein Gütesiegel.

Vorsicht, Fake-Shop: die typischen Warnzeichen

Ein Fake-Shop (gesprochen „Fehk-Schopp“, übersetzt: gefälschtes Geschäft) ist eine Webseite, die wie ein echter Online-Shop aussieht, aber nur ein Ziel hat: Ihr Geld zu kassieren, ohne je Ware zu liefern. Solche Seiten wirken oft täuschend echt. Zum Glück verraten sie sich fast immer durch dieselben Merkmale: Es gibt nur Vorkasse als Bezahlart, die Preise sind unglaubwürdig niedrig, die Webseite wurde erst vor wenigen Wochen eingerichtet, und in den Texten stolpert man über holpriges Deutsch mit seltsamen Formulierungen. Auch ein fehlendes Impressum und Gütesiegel, die sich nicht anklicken lassen, sind klassische Warnzeichen.

Bezahlarten im Vergleich

An der Kasse eines Online-Shops haben Sie meist mehrere Bezahlarten zur Auswahl. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie gut Sie geschützt sind, falls etwas schiefgeht:

BezahlartSo funktioniert sieWie sicher für Sie?
Kauf auf RechnungSie erhalten die Ware zuerst und überweisen erst danach.Am sichersten: Sie zahlen nur, was wirklich angekommen ist und Ihnen gefällt.
LastschriftDer Händler bucht den Betrag von Ihrem Konto ab.Gut: Eine Lastschrift können Sie bei Ihrer Bank acht Wochen lang ohne Begründung zurückholen.
KreditkarteSie geben Kartennummer und Prüfziffer ein; die Zahlung wird zusätzlich per App oder TAN bestätigt.Gut: Bei Betrug können Sie die Zahlung über Ihre Bank reklamieren.
PayPalEin Bezahldienst: Sie zahlen mit E-Mail-Adresse und Passwort, der Händler sieht Ihre Kontodaten nicht.Gut: Der eingebaute Käuferschutz erstattet das Geld, wenn die Ware nicht ankommt.
VorkasseSie überweisen zuerst, der Händler liefert danach.Riskant: Das Geld ist weg, wenn der Händler nicht liefert. Nur bei Händlern, die Sie gut kennen.

Für Einsteiger ist der Kauf auf Rechnung die entspannteste Wahl: erst die Ware prüfen, dann bezahlen – so wie früher beim Versandhaus. Viele große Shops bieten ihn an – wichtig ist nur, die Rechnung fristgerecht zu überweisen.

Ihre Rechte: Widerruf und Rücksendung

Beim Online-Kauf haben Sie ein Recht, das es im Laden so nicht gibt: das Widerrufsrecht. Sie dürfen die meisten Bestellungen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware ohne Angabe von Gründen widerrufen – also vom Kauf zurücktreten. Der Pullover passt nicht? Kein Problem: dem Händler Bescheid geben, Ware zurückschicken, Geld zurückerhalten. Einige wenige Ausnahmen gibt es, etwa bei Maßanfertigungen oder entsiegelten Hygieneartikeln.

Die Kosten der Rücksendung darf der Händler Ihnen zwar in Rechnung stellen, viele große Shops übernehmen sie aber freiwillig und legen gleich einen Rücksendeschein bei. Heben Sie Bestellbestätigung und Rechnung so lange auf, bis die Sache vollständig erledigt ist – am besten in einem eigenen E-Mail-Ordner namens „Bestellungen“, Ihrem digitalen Aktenordner für den Einkauf.

Damit haben Sie das Rüstzeug für entspanntes Einkaufen im Internet: Sie kennen den Ablauf einer Bestellung, prüfen Händler mit wenigen Blicken, wählen eine sichere Bezahlart und wissen um Ihr Widerrufsrecht. In der nächsten Lektion gehen wir noch einen Schritt weiter und kümmern uns um das Geld selbst: Online-Banking: Bankgeschäfte von zu Hause – bequem, sicher und ganz ohne Weg zur Filiale.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Wann kommt beim Online-Einkauf ein verbindlicher Kauf zustande?
2 Ein unbekannter Shop bietet eine 800-Euro-Kamera für 299 Euro an und akzeptiert nur Vorkasse. Was tun?
3 Welche Bezahlart ist für Einsteiger am sichersten?
4 Was besagt das Widerrufsrecht bei Online-Käufen?

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