Das Internet ist wie eine riesige Auskunft, die Tag und Nacht für Sie erreichbar ist – man muss nur wissen, wie man fragt. In der vorigen Lektion haben Sie den Browser kennengelernt, Ihr Tor ins Internet. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt: Sie lernen, wie Sie mit einer Suchmaschine Antworten auf fast jede Alltagsfrage finden – vom Kuchenrezept über Öffnungszeiten bis zum Busfahrplan. Und keine Sorge: Beim Suchen kann nichts kaputtgehen. Sie dürfen so viel tippen, probieren und klicken, wie Sie möchten. Schlimmstenfalls finden Sie einmal nicht das Richtige – dann suchen Sie einfach noch einmal mit anderen Worten.
Die Suchmaschine: Ihre Auskunft im Internet
Eine Suchmaschine ist eine besondere Webseite, deren einzige Aufgabe es ist, andere Webseiten zu finden. Stellen Sie sich eine sehr belesene Bibliothekarin vor: Sie hat Milliarden von Seiten durchgeblättert und sich gemerkt, was wo steht. Nennen Sie ihr ein paar Stichworte, legt sie Ihnen in weniger als einer Sekunde eine Liste passender Seiten vor – und Sie suchen sich in Ruhe aus, was Sie lesen möchten.
Die bekannteste Suchmaschine ist Google – so bekannt, dass das Wort „googeln“ längst im Duden steht. Google ist aber nicht die einzige Auskunft, und es lohnt sich, die Alternativen zu kennen:
| Suchmaschine | Das sollten Sie wissen |
|---|---|
| Der Marktführer mit sehr guten Treffern. Google merkt sich allerdings viel darüber, wer wonach sucht – daraus wird passende Werbung gemacht. | |
| Bing | Die Suchmaschine von Microsoft. Auf vielen Windows-11-Computern ist sie von Anfang an eingestellt. |
| DuckDuckGo | Legt großen Wert auf Datenschutz: Es wird nicht gespeichert, wer wonach gesucht hat. |
| Startpage | Ein Dienst aus den Niederlanden, der Ihnen Google-Ergebnisse liefert, ohne dass Google erfährt, wer da sucht – Trefferqualität und Datenschutz in einem. |
Für den Anfang ist es fast egal, welche Sie nehmen – alle funktionieren gleich: ein Suchfeld in der Mitte, Sie tippen hinein, und die Ergebnisse erscheinen. Wenn Ihnen wichtig ist, dass niemand mitschreibt, wonach Sie suchen, sind DuckDuckGo und Startpage eine gute Wahl.
Gute Suchbegriffe: Stichworte statt ganzer Sätze
Der wichtigste Kniff beim Suchen: Sprechen Sie mit der Suchmaschine nicht in ganzen Sätzen, sondern in Stichworten. Ein Suchbegriff ist wie der Zettel, den Sie der Bibliothekarin reichen – je klarer die Stichworte, desto besser der Fund. Höflichkeitsfloskeln, Füllwörter und Satzzeichen braucht die Maschine nicht, und sie ist auch nicht beleidigt, wenn Sie kurz angebunden sind. Drei Beispiele aus dem Alltag:
- Statt „Ich hätte gerne ein einfaches Rezept für einen Apfelkuchen“ tippen Sie:
apfelkuchen rezept einfach - Statt „Wann hat die Apotheke am Marktplatz in Aschaffenburg geöffnet?“ tippen Sie:
apotheke marktplatz aschaffenburg öffnungszeiten - Statt „Wie komme ich morgen früh mit dem Zug von Hanau nach Frankfurt?“ tippen Sie:
fahrplan zug hanau frankfurt
Die Ergebnisliste lesen – und Werbung erkennen
Nach dem Drücken der Eingabetaste erscheint die Ergebnisliste, auch Trefferliste genannt. Jeder Treffer besteht aus drei Teilen:
- Der Titel: meist farbig und etwas größer geschrieben. Ein Klick darauf öffnet die Seite.
- Die Adresse der Webseite: in kleiner Schrift direkt beim Titel. Sie verrät, wohin der Klick führt – zum Beispiel zu einer Stadtverwaltung, einer Zeitung oder einem Laden.
- Die Kurzbeschreibung: zwei, drei Zeilen Text als Vorgeschmack auf den Inhalt der Seite.
Nehmen Sie sich ruhig Zeit, erst zu lesen und dann zu klicken. Der oberste Treffer ist nämlich nicht automatisch der beste: Ganz oben stehen häufig bezahlte Einträge – Werbung. Sie sind mit einem kleinen Wort wie „Anzeige“ oder „Gesponsert“ gekennzeichnet. Firmen bezahlen dafür, dort zu stehen; mit der Qualität des Angebots hat der Spitzenplatz nichts zu tun. Die „echten“ Ergebnisse beginnen erst darunter.
Schritt für Schritt: von der Frage zur Antwort
Gehen wir eine komplette Suche gemeinsam durch – am Beispiel der Frage: „Wann hat das Rathaus geöffnet?“
Eine Suche von der Frage bis zur Antwort
- Die Frage in Stichworte übersetzen
Überlegen Sie, welche Worte den Kern treffen. Aus der Frage nach den Rathaus-Zeiten wird zum Beispiel:
rathaus musterstadt öffnungszeiten– Ihren Ortsnamen setzen Sie natürlich selbst ein. - Stichworte eintippen und abschicken
Öffnen Sie den Browser, klicken Sie in das Suchfeld oder die Adressleiste, tippen Sie die Stichworte und drücken Sie die Eingabetaste (auf manchen Tastaturen steht „Enter“ darauf).
- Die Trefferliste überfliegen
Lesen Sie Titel und Adresse der ersten Treffer. Überspringen Sie Einträge mit „Anzeige“ und wählen Sie eine verlässliche Quelle – hier am besten die offizielle Webseite der Stadt. Ein Klick auf den Titel öffnet die Seite.
- Antwort gefunden – oder zurück und neu probieren
Steht die Antwort da? Wunderbar. Wenn nicht: Mit dem Zurück-Pfeil oben links im Browser landen Sie wieder in der Trefferliste und wählen den nächsten Eintrag – oder Sie ändern Ihre Stichworte ein wenig. Genau so machen es auch geübte Nutzer.
Nicht nur Text: die Bildersuche
Suchmaschinen finden nicht nur Texte. Oberhalb der Ergebnisliste sehen Sie kleine Reiter wie „Bilder“, „Videos“, „Karten“ oder „News“. Ein Klick auf „Bilder“ verwandelt die Trefferliste in eine Fotowand zu Ihren Stichworten. Das ist erstaunlich praktisch: Sie möchten wissen, wie die Pflanze auf dem Balkon heißt, wie ein bestimmtes Strickmuster aussieht oder wo am neuen Radio der richtige Anschluss sitzt? Ein Blick auf die Bilder sagt oft mehr als lange Beschreibungen. Ein Klick auf ein Bild vergrößert es. Nur eines sollten Sie wissen: Viele Bilder im Internet sind urheberrechtlich geschützt – ansehen dürfen Sie alles, aber ungefragt weiterverwenden sollten Sie fremde Bilder nicht.
Wer schreibt denn da? Quellen einschätzen
Im Internet kann jeder veröffentlichen, was er möchte – das ist Segen und Fluch zugleich. Zum guten Suchen gehört deshalb eine zweite Fähigkeit: einschätzen, wer hinter einer Seite steckt. Ein Blick auf Adresse und Absender hilft:
- Behörden und öffentliche Stellen (Stadtverwaltung, Krankenkasse, Verbraucherzentrale): verlässlich bei Fakten wie Öffnungszeiten, Formularen oder Gesundheitsfragen.
- Zeitungen und Nachrichtensender: recherchieren beruflich, können sich aber auch irren – und ihre Überschriften klingen manchmal dramatischer als der Artikel selbst.
- Läden und Firmen: informieren oft gut, wollen am Ende aber verkaufen. Lob für die eigenen Produkte genießen Sie besser mit einer Prise Salz.
- Privatpersonen und Foren: teilen persönliche Erfahrungen – bei Alltagsfragen sehr hilfreich, aber es bleibt eine Meinung, keine geprüfte Tatsache.
Noch etwas Neues: Viele Suchmaschinen zeigen inzwischen ganz oben eine automatisch erstellte Zusammenfassung, verfasst von einer künstlichen Intelligenz – einem Computerprogramm, das Texte aus vielen Webseiten zusammenstellt. Das ist bequem, aber solche Antworten enthalten mitunter Fehler und nennen ihre Herkunft nur klein am Rand. Werfen Sie im Zweifel selbst einen Blick auf die Originalseiten. Mehr dazu erfahren Sie in der Lektion „Künstliche Intelligenz“.
Damit haben Sie ein mächtiges Werkzeug in der Hand: Sie können gezielt suchen, die Trefferliste lesen, Werbung erkennen und einschätzen, wem Sie glauben dürfen. So sind Sie im Internet nicht mehr nur zu Gast, sondern bewegen sich selbstständig. In der nächsten Lektion richten wir Ihren persönlichen Briefkasten im Internet ein: „E-Mail: Ihre elektronische Post“ zeigt Ihnen, wie Sie Nachrichten schreiben, empfangen und beantworten.