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Stufe: Mittel · Lektion 6 von 10

Online-Banking: Bankgeschäfte von zu Hause

Kontostand prüfen, Geld überweisen, Daueraufträge verwalten – ganz ohne Weg zur Filiale. Diese Lektion zeigt in Ruhe, wie Online-Banking funktioniert und mit welchen Gewohnheiten es sehr sicher ist.

Grundkenntnisse empfohlen Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie wissen, was Sie mit Online-Banking alles erledigen können – vom Kontostand bis zum Dauerauftrag.
  • Sie verstehen, wie das TAN-Verfahren jede Buchung mit einem zweiten Gerät absichert.
  • Sie können eine Überweisung Schritt für Schritt ausfüllen und freigeben.
  • Sie kennen die goldenen Regeln, mit denen Betrüger keine Chance haben.
  • Sie wissen, was bei einem Verdacht zu tun ist – bis hin zum Sperr-Notruf 116 116.

Online-Banking bedeutet: Ihre Bank hat für Sie rund um die Uhr geöffnet – auf Ihrem eigenen Bildschirm. Den Kontostand nachsehen, eine Rechnung überweisen, einen Dauerauftrag ändern: All das geht bequem vom Sofa aus, ohne Weg zur Filiale und ohne Wartenummer. Dass viele Menschen beim Thema Geld zögern, ist verständlich. Die gute Nachricht: Mit ein paar festen Gewohnheiten ist Online-Banking sehr sicher, und genau diese Gewohnheiten lernen Sie in dieser Lektion. Vieles davon kennen Sie schon aus der vorigen Lektion „Sicher online einkaufen“ – beim Banking kommt lediglich eine besonders gute Absicherung hinzu.

Was Online-Banking kann

Beim Online-Banking erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte entweder über die geschützte Webseite Ihrer Bank am Computer – oder über die Banking-App, ein kleines Programm auf dem Smartphone oder Tablet. Die wichtigsten Möglichkeiten:

  • Kontostand und Umsätze: Sie sehen jederzeit, was auf Ihrem Konto ein- und ausgegangen ist – wie ein Kontoauszug, nur immer auf dem neuesten Stand.
  • Überweisungen: Sie schicken Geld an andere Konten, wann es Ihnen passt – auch abends um zehn oder am Sonntag.
  • Daueraufträge: Regelmäßige Zahlungen wie Miete oder Vereinsbeitrag richten Sie einmal ein, danach erledigt die Bank sie automatisch.
  • Vieles mehr: Je nach Bank lassen sich auch die Adresse ändern, Kreditkartenabrechnungen einsehen oder Nachrichten an die Bank schreiben.

Wichtig zu wissen: Online-Banking ist ein zusätzliches Angebot, kein Zwang – Filiale und gedruckter Kontoauszug bleiben Ihnen erhalten.

Ist das überhaupt sicher?

Ja – wenn Sie ein paar Grundregeln beachten, ist Online-Banking sogar ausgesprochen sicher. Millionen Menschen in Deutschland nutzen es Tag für Tag. Die Verbindung zwischen Ihrem Gerät und der Bank ist verschlüsselt, das heißt: Alle Daten werden unterwegs in Geheimschrift übertragen – statt einer offenen Postkarte verschicken Sie einen versiegelten Brief. Und für jede Buchung verlangt die Bank zusätzlich eine zweite Bestätigung – dazu gleich mehr.

Der Zugang: Anmeldename und PIN

Den Zugang zum Online-Banking beantragen Sie bei Ihrer Bank – in der Filiale, telefonisch oder schriftlich. Sie erhalten dann zwei Dinge, meist aus Sicherheitsgründen in getrennten Briefen: einen Anmeldenamen (je nach Bank auch Kundennummer oder Login-Name genannt) und eine PIN, Ihre persönliche Geheimzahl. Bei der ersten Anmeldung ersetzen Sie diese Start-PIN durch eine selbst gewählte – wie bei einer neuen Bankkarte.

Für die Anmeldung selbst gibt es zwei gleichwertige Wege: die Banking-Webseite, die Sie im Browser öffnen, und die Banking-App Ihrer Bank auf dem Smartphone oder Tablet. Für den Anfang ist der große Bildschirm des Computers oft übersichtlicher. Probieren Sie in Ruhe aus, was Ihnen besser liegt – hier kann nichts kaputtgehen.

Die TAN: eine zweite Unterschrift für jede Buchung

Anmeldename und PIN öffnen nur die Tür zum Blick auf Ihr Konto. Sobald aber Geld bewegt werden soll, verlangt die Bank eine zweite Unterschrift: die TAN, kurz für Transaktionsnummer. Das ist eine Zahlenfolge, die nur für diese eine Buchung gilt und danach wertlos ist. Erzeugt oder bestätigt wird sie auf einem zweiten Gerät – meist auf Ihrem Smartphone oder mit einem kleinen Lesegerät. Die gängigen Verfahren im Überblick:

VerfahrenSo funktioniert es
TAN-App (oft „pushTAN“ genannt)Eine App Ihrer Bank auf dem Smartphone zeigt die Buchung an. Sie prüfen Empfänger und Betrag und bestätigen mit Fingertipp, Geheimzahl oder Fingerabdruck.
photoTANAuf dem Bildschirm erscheint ein buntes Punktemuster. Sie fotografieren es mit der photoTAN-App oder einem kleinen Lesegerät ab – daraus entsteht die TAN.
chipTANSie stecken Ihre Bankkarte in ein kleines Lesegerät und halten es an den Bildschirm oder tippen Zahlen ein. Das Gerät errechnet die TAN – ganz ohne Smartphone.

Genau diese Trennung macht Online-Banking so sicher: Ein Betrüger müsste nicht nur Ihre Zugangsdaten kennen, sondern gleichzeitig Ihr zweites Gerät in der Hand halten – wie ein Einbrecher, der sowohl den Hausschlüssel als auch den Tresorschlüssel bräuchte. Eine gute Gewohnheit: Prüfen Sie vor jeder Freigabe kurz, ob Empfänger und Betrag auf dem zweiten Gerät stimmen.

Schritt für Schritt: Ihre erste Überweisung

Ein Alltagsbeispiel: Der Handwerker hat eine Rechnung über 86,50 Euro geschickt, unten stehen sein Name und seine Kontoverbindung. So überweisen Sie den Betrag:

Eine Überweisung ausfüllen und freigeben

  1. Anmelden und „Überweisung“ wählen

    Öffnen Sie die Banking-Webseite (Adresse selbst eintippen) oder Ihre Banking-App und melden Sie sich mit Anmeldename und PIN an. Wählen Sie dann den Menüpunkt „Überweisung“.

  2. Empfänger und IBAN eintragen

    Tragen Sie den Namen des Empfängers ein und darunter seine IBAN – die internationale Kontonummer, in Deutschland 22 Zeichen lang und mit „DE“ beginnend. Tippen Sie sie sorgfältig von der Rechnung ab. Keine Sorge: Die IBAN enthält eine eingebaute Prüfung, Tippfehler fallen fast immer sofort auf.

  3. Betrag und Verwendungszweck ausfüllen

    Geben Sie den Betrag mit Komma ein, hier also 86,50. In das Feld Verwendungszweck schreiben Sie eine kurze Notiz, zum Beispiel die Rechnungsnummer – so weiß der Empfänger, wofür das Geld ist.

  4. Prüfen und mit TAN freigeben

    Vor dem Absenden zeigt die Bank alles noch einmal in einer Übersicht. Lesen Sie sie in Ruhe durch, bestätigen Sie dann die Buchung mit Ihrem TAN-Verfahren – fertig. Die Überweisung finden Sie anschließend in Ihren Umsätzen wieder.

Die goldenen Regeln – und was bei Verdacht zu tun ist

Die Technik der Bank ist stark – Betrüger versuchen deshalb lieber, Sie zu täuschen. Mit diesen Gewohnheiten laufen solche Versuche ins Leere:

  • Adresse selbst eintippen: Rufen Sie die Banking-Webseite immer über die selbst eingetippte Adresse oder ein selbst angelegtes Lesezeichen auf.
  • Nie über Links aus E-Mails anmelden: Betrüger verschicken täuschend echte Nachrichten mit Links auf gefälschte Bankseiten – wie Sie solche Maschen zuverlässig durchschauen, zeigt Ihnen in Kürze die Lektion „Betrug erkennen: Phishing und andere Maschen“.
  • PIN und TAN bleiben geheim: Ihre Bank fragt niemals danach – nicht am Telefon, nicht per E-Mail, nicht per Kurznachricht. Wer danach fragt, ist ein Betrüger.
  • Nur am eigenen Gerät: Erledigen Sie Bankgeschäfte auf Ihrem eigenen Computer oder Smartphone, am besten im heimischen Netz – nicht an fremden Geräten oder in öffentlichem WLAN.
  • Regelmäßig hineinschauen: Ein kurzer Blick auf die Umsätze pro Woche genügt, damit Ungewöhnliches früh auffällt.

Und wenn doch einmal etwas merkwürdig aussieht – eine unbekannte Abbuchung, eine seltsame Anmeldung? Bewahren Sie Ruhe. Rufen Sie Ihre Bank an, und zwar unter der Nummer auf Ihrer Bankkarte oder dem Kontoauszug, nicht unter einer Nummer aus einer E-Mail. Außerhalb der Geschäftszeiten hilft der Sperr-Notruf 116 116: Dort lassen Sie Tag und Nacht Ihren Banking-Zugang und Ihre Karten sperren. Eine Sperre ist keine Katastrophe – sie lässt sich nach der Klärung schnell wieder aufheben.

Sie sehen: Online-Banking ist kein Hexenwerk, sondern eine bequeme Erleichterung mit doppeltem Sicherheitsnetz – Verschlüsselung plus TAN. Fangen Sie ruhig klein an: erst nur den Kontostand ansehen, dann die erste kleine Überweisung. In der nächsten Lektion wird es persönlich: Bei „Videotelefonie: Gesichter statt nur Stimmen“ lernen Sie, wie Sie Familie und Freunde beim Telefonieren auch sehen können.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Wozu dient die TAN beim Online-Banking?
2 Wie gelangen Sie am sichersten auf die Anmeldeseite Ihrer Bank?
3 Ein Anrufer stellt sich als Bankmitarbeiter vor und bittet Sie dringend um eine TAN. Was tun Sie?
4 Wofür ist der Sperr-Notruf 116 116 da?

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